Schloss Türnich

Die Schlossanlage und Landschaftspark Türnich in Kerpen

Die Schlossanlage Türnich (auch Schloss Türnich genannt)

liegt in Türnich, einem Ortsteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis (NRW), und zählt zu den bemerkenswerten Barockensembles im Rheinland.


Kurze Geschichte im Überblick


  • Die Ursprünge der Anlage reichen sehr weit zurück: Bereits 898 wird ein Reichsgut Türnich urkundlich erwähnt. König Zwentibold (Herrscher von Lotharingien) schenkte es damals dem Damenstift Essen. Über die folgenden Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach.


  • Im 18. Jahrhundert entstand der heutige Charakter: Zwischen 1757 und 1766 ließ Carl Ludwig Freiherr von Rolshausen das Herrenhaus als klassisches Maison de plaisance (Lustschloss / Sommersitz) im Spätbarock-Stil errichten. Es handelt sich um ein dreiflügeliges Ensemble mit Wirtschaftsgebäuden (Rentei) und einem doppelten Wassergraben. Die Anlage gilt als eines der letzten weitgehend vollständig erhaltenen Barockensembles dieser Art im Rheinland – ein echtes „Juwel“.


  • 1850 erwarb die Familie Grafen von und zu Hoensbroech (ein altes rheinisches Adelsgeschlecht) das Schloss und besitzt es bis heute. In den folgenden Jahrzehnten kamen Ergänzungen hinzu, z. B. die einschiffige Schlosskapelle von 1895 an der Nordostecke des Herrenhauses.


  • Ab den 1970er-Jahren stand das Schloss lange leer und verfiel teilweise. Ursache waren u. a. Bergsenkungen durch den nahen Tagebau (Braunkohle), die das Fundament beschädigten. Seit einigen Jahren laufen aufwendige Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten (u. a. durch die Familie Hoensbroech und Förderungen), um das Ensemble wieder zugänglich und nutzbar zu machen.


Heute wird die Schlossanlage (Herrenhaus + Park) teilweise für Führungen, Veranstaltungen und kulturelle Zwecke geöffnet – oft in Kooperation mit Vereinen oder Tourismusinitiativen.


Der angrenzende Landschaftspark im englischen Stil ergänzt das Ensemble schön.


Falls Sie an einer Führung teilnehmen wollen

(unsere Planungsabsicht im Vorstand),

werden Sie viel über diese spannende Mischung aus mittelalterlicher Vorgeschichte, barocker Pracht und moderner Rettungsgeschichte erfahren.


Es lohnt sich wirklich!